Entwurf vom 7.11.2025
- Wird besonders stigmatisierten, illegalisierten Drogen wie Crack-Kokain die Schuld für die Folgen politischen Handelns gegeben, z.B. Wohnungskrise oder Sparpolitik beim Sozialen/Kulturellen?
- Werden vereinzelte Probleme mit dem Gebrauch illegalisierter Stoffe skandalisiert statt belichtet und von Unsicherheiten befreit, z.B. Psychosen?
- Wird eine Alternativlosigkeit der Polizei in der Drogenbekämpfung suggeriert, also die Regierungslinie trotz vorliegender Handlungsempfehlungen von Expert*innen unkritisiert wiedergegeben?
- Werden einzelne Positionierungen aus Fachverbänden für Positionierungen der ganzen Branche dargestellt, z.B. “die Suchthilfe will…”?
- Werden Polizeimeldungen oder Pressemitteilungen des*der Drogenbeauftragten qua seiner*ihrer Position schlicht wiedergegeben statt eingeordnet und auf Richtigkeit geprüft? Wird berücksichtigt, dass das Amt des*der Drogenbeauftragten politisch statt nach Eignung im Sinne der Politikbetroffenen besetzt wird und daher Interessenskonflikte naheliegen? Werden demgegenüber die Positionierungen von stigmatisierten Politikbetroffenen als nichtig behandelt und damit weiter stigmatisiert?
- Werden Polizeigewerkschaften zu Expert*innen für Drogenpolitik erhoben statt ihren institutionellen Interessenskonflikt in Fragen über den politischen Umgang mit illegalisierten Drogen zu berücksichtigen? Werden Forderungen nach mehr Ressourcen kritisch beleuchtet?
- Wird fälschlicherweise suggeriert, dass Drogenhandel hauptsächlich in der Öffentlichkeit stattfinde und damit Geflüchteten und nicht-weißen Personen zugeschoben und damit rassistische Bilder verstärkt statt aufgelöst (im Text und in der Bebilderung)?
- Werden beim Thema Sucht ausschließlich individuelle Konsumsituationen und Lebensläufe präsentiert und zur öffentlichen Diskussion offengelegt, während es für die Belechtung des Themas eigentlich strukturelle Recherchen erfordern würde, z.B. Bundesländer, die wirksame Gesundheitsleistungen verweigern oder unterfinanzieren. Wird die Abhängigkeit von illegalisierten Substanzen präsentiert, als ob es keine Strafverfolgung und ihre Folgen auf Gesundheit und Biographien gäbe?
- Wird berücksichtigt, dass die interviewten Personen unterschiedlich offen über ihre tatsächliche Lage, Erfahrungen und Einstellungen sprechen können, um Stigmatisierung und Probleme mit der Justiz zu vermeiden? Wird berücksichtigt, dass jene Personen, die sich von illegalisierten Drogen abgrenzen und schlecht über sie sprechen, hingegen viel präsenter mit ihrer Meinung sind und sein können, weil ihnen keine negativen Konsequenzen drohen?
- Wird offen gelassen, dass Drogengebrauch unterschiedlich und vorwiegend schön, zweckmäßig oder bereichernd erlebt wird oder werden negative Bilder und Sterotype bemüht (z.B. der arrogante Kokser)?
- Wird die Wirkung aller illegalisierter Stoffe als gleich präsentiert und damit die politische Trennung zwischen legal und illegal übernommen? Wenn nicht, wird eine andere Hierarchie zwischen den Substanzen bemüht, welche die Stigmatisierung auf andere Drogen und Drogengebrauchende verschiebt (z.B. Psychedelika vs. “die wirklich harten Drogen”) statt die alle betreffenden Drogenmythen und die Irrtümer der Prohibition, welche diese politische Grenzen überhaupt erst verursacht haben, zu entlarven?

Von Steady-Mitgliedern ermöglicht (Mehr erfahren)